Auffrischungskurs für Hochtourengeher

Am Samstag Morgen trafen wir uns am Parkplatz Honeywell, wo Ritschy schon mit dem Kleinbus auf uns wartete. Da von den angemeldeten acht Teilnehmern nur vier erschienen hatten wir großzügig Platz und machten uns auf den Weg ins Kaunertal.. Wir ( Regine, Timo Stefan und Ritschy) kamen gut voran und erreichten gegen Mittag den Parkplatz Ferner Garten.

Von dort führte uns der Weg zum Fuß des Gepatschferners, wo die Ausbildung begann. Ritschy zeigte das richtige Gehen mit Steigeisen, den Einsatz des Pickels und ließ und immer steilere Flanken erklimmen. Als klar wurde, dass der angekündigte Regen uns doch bald einholen würde, machten wir uns auf den Weg über den Gletscher zum Hüttenaufstieg. Fast hätten wir es trocken geschafft, aber auf den letzten Metern hat uns der Regen dann doch noch erwischt. Auf der Hütte wurden wir freundlich empfangen und es gab erst mal Kaffee.

Die Rauhekopfhütte wird ehrenamtlich bewirtschaftet und die freiwilligen Hüttenteams wechseln alle 14 Tage. So bekamen wir dann ein leckeres Abendessen und übten dann Knoten und genossen den Hüttenabend.

Das Wetter für Sonntag war noch einmal regnerisch vorhergesagt. Nach dem Frühstück machten wir auf den Weg zum Übungsfelsen oberhalb der Hütte. Ritschy zeigte uns das korrekte Abseilen, Aufprusiken und Spaltenbergung, dann wurde praktisch geübt. Gegen Mittag kam das angekündigte Regenband und wir zogen uns in die Hütte zurück. Am frühen Nachmittag hatte sich das Wetter wieder beruhigt und wir stiegen ab auf den Gletscher, wo Fixpunkte im Eis (Abalakov Eissanduhr), Spaltenbergung, Selbstrettung und Eisklettern auf dem Programm standen. Rechtzeitig zum Abendessen waren wir dann wieder auf der Hütte. Unser Angebot, beim Abspülen zu helfen, wurde von der Hüttencrew gerne angenommen und mit einem Schnaps honoriert. So standen wir in der gemütlichen Hüttenküche und machten uns mit toller Aussicht über Berge von Geschirr und schmutzigen Töpfen her. Dann wurde die Tour für den nächsten Tag geplant. In der Nacht gabs für die, die austreten mussten, einen grandiosen Sternenhimmel, der einen die Kälte der Nacht fast vergessen ließ. Montag früh war das Wetter traumhaft und bei besten Bedingungen machten wir uns auf den Weg über den hartgefrorenen Gletscher Richtung Brandenburger Haus und dann weiter über

den Kesselwandferner zum Fluchtkogel. Leider brach einer der Teilnehmer unterwegs in ein Schneeloch ein und rammte sich das Steigeisen ins Bein. Was sich zunächst nicht so schlimm anfühlte, erwies sich dann bei genauer Untersuchung auf dem Oberen Guslarjoch als ernsthafte Verletzung. Nach kurzer Beratung wurde die Bergrettung alarmiert. Der Verletzte wurde ausgeflogen und die verbliebene Seilschaft machte sich auf das letzte Stück zum Gipfel auf und wurde mit einem grandiosen Panorama belohnt. Über den schon recht sulzigen Schnee gings wieder hinunter zur Rauhekopfhütte. Nach Rücksprache mit dem verletzten Kameraden entschlossen wir uns, die Tour ab zu brechen und ihn im Tal ein zu sammeln. Auf der Hütte suchten wir die Sachen zusammen und wurden von der Hüttencrew herzlich verabschiedet. Runter gings auf den Gletscher und schließlich hinab zum Parkplatz. In Zams wurde die Seilschaft wieder vereint und mit guter Stimmung im Auto fuhren wir wieder heim. Einen herzlichen Dank nochmal an Ritschy für die tolle Tour und die vielen Dinge, die wir lernen durften.