30. April bis 3.Mai.2026
Mit einem Bus von Autohaus Beck fahren wir zu siebt um 13:00 Uhr in Schömberg los. Viel Verkehr um Zürich und Bern. Kaffeepause bei Gruyère. Durch die Schweiz und den großen Sankt Bernhard Tunnel geht es in das Aostatal nach St. Pierre, wo wir im Hotel Meridiana unsere Zimmer beziehen. Roland hat einen Tisch in der Pizzeria Del Fornaro dal Castello reserviert. Hervorragende Pizza.
Am anderen Morgen mit dem Auto hoch nach Pont auf 1955m. Mit Ski am Rucksack steigen wir auf einem gut ausgebauten Weg zur Vittorio Emanuele II Hütte 2735 m. Wir überqueren kleine Schneereste. Als wir das erste größere Schneefeld erreichen wechseln wir auf die Tourenski. Bereits nach wenigen Metern sehen wir die Hütte, etwa 50 m über uns - auch gut. Auf der großen Terrasse ist richtig was los. Hier sind viele junge Bergbegeisterte, auch Familien mit Kindern; erwartungsgemäß wird viel italienisch aber auch französisch gesprochen. Frankreich ist durch den Tunnel doch nur 60 Straßenkilometer entfernt. Dolche Vita bei herrlichem Sonnenschein und Espresso. Bei optimaler Wettervorhersage für Samstag steht fest, dass wir den Gran Paradiso angehen. Abends nach der Tourenbesprechung zocken wir begeistert und ausgiebig „6 nimmt“, was Stefan mitgenommen hat. Angenehme Nacht in unseren Zimmern mit Stockbetten und ausreichend Platz für die Rucksäcke.
Es ist schon hell als wir am Morgen aufbrechen. Auch oberhalb der Hütte liegen viele Felsbrocken und Steine frei. Diesen Winter hat es hier im Süden offensichtlich wenig geschneit. Einmal müssen wir die Ski ausziehen um eine apere Stelle zu überwinden. Nach kurzer sanft ansteigender Querung legen wir die Harscheisen an und dann geht es ständig mäßig steil bergauf, vorbei an ein paar Gletscherspalten und zuletzt etwas steiler zum Skidepot. Das Geländeprofil ist klasse, keine Flachpassagen, kein auf und ab. Am Berg ist richtig viel los. Im verblockten Gelände steigen wir weiter und dann über einen 15 m hohen Felsblock mit Eisen und Sicherungsmöglichkeiten zum 4061 m hohen Gipfel. Wir haben eine herrliche Fernsicht und fühlen uns im Paradies. Die höchsten Gipfel der Alpen sind in Reichweite. Lange verweilen dürfen wir nicht, der Gipfel ist recht schmal und hinter uns rücken schon einige Bergsteigerinnen nach. Zurück zum Skidepot. Von dort genießen wir auf dem aufgefirnten Schnee die lange Abfahrt zum Rifugio. Zufrieden mit uns und der Welt, nochmal Dolce Vita, Kaffee und Kuchen und viel Sonne. Bis in den späten Abend spielen wir „6 nimmt“. Gleiches Spiel wie am Vortag, weil’s so schön war.
Wie uns der Wetterbericht vorhergesagt hat, ist am Sonntagmorgen der Himmel bedeckt. Eigentlich war geplant die Tresenta zu besteigen. Die Hänge dort waren aber stark ausgeapert, so dass dies mit Ski nicht mehr ging. Wir haben daher beschlossen von der Hütte zum Colle Di Montcorvé 3299 m aufzusteigen um von dort Richtung Pont abzufahren. Vom Colle halten wir soweit möglich die Höhe, müssen aber trotzdem nochmals Anfellen bevor wir das Val di Torrente Savara hinabfahren. Die Sonne zeigt sich nochmal. Die letzte Strecke bis zum Parkplatz werden die Ski getragen. Heimfahrt via Großer St. Bernhard, Montreux, Bern, an Basel vorbei durch den Schwarzwald.
Der Gran Paradiso ist ein mit Ski sehr attraktiver Berg, der die Mühe der langen Anfahrt lohnt. Wir hatten dazu noch viel Sonnenschein. Danke an Alle für das Miteinander und an Roland und Jochen für die perfekte Organisation.
Bericht: Karl-Peter Bausch