1.Tag:
Pünktlich um 07:00 Uhr haben wir uns in Winterlingen beim Autohaus Beck getroffen. Leider ist unsere Gruppe etwas geschrumpft, aber wir waren alle guter Laune und haben den Bus kurz geladen, unsere Sitzplätze eingenommen und los gings. Anfangs lief es ganz gut, aber als wir auf der Autobahn Richtung Landeck waren, fing das Chaos an: Schneefall und dem entsprechend viel Verkehr, wir kamen nun später als geplant an. Nächste Nachricht Lawinenstufe IV und jeder weiß, was dies bedeutet….. Aber wir hatten ein sehr lehrreiches Programm mit Oli, der natürlich immer ein Plan B hat. Auf einer Wanderung im Schnee lernten wir die Beschaffenheit des Schnee kennen, machten LVS Kurs mit Suchen seines berühmten Kissens, Kartenlesen und Einschätzen der Steilheit am Hang. Tourenplanung, auch verschiedene Sonden und Schaufeln wurden mit pro und contra analysiert. Nach dieser fast 4stündigen Exkursion haben wir unsere Pension bezogen, es gab ein sehr leckeres Abendessen und bei schönen Gesprächen ließen wir den Abend ausklingen.
2. Tag:
Die Lawinensituation rund um St. Valentin wurde mit Stufe 4 und als sehr kritisch eingestuft.
Uns war sofort klar: SICHERHEIT GEHT VOR!
Anstatt Trübsal zu blasen, nutzten wir das unerwartete Wetterglück. Denn entgegen der eher düsteren Wettervorhersage zeigte sich schon am frühen Sonntagmorgen die Sonne.
Nach dem mega tollen Frühstück, machten wir uns auf den Weg ins Skigebiet von Haideralm-Schöneben. Unser heutiges Ziel war , im Rojental vor Ort die Lage zu erkunden.
Unser Guide Oli fand immer wieder tolle Hänge abseits der Piste aber im gesicherten Gelände.
Aus dem ursprünglich als Ausweichprogramm gedachter Skitag wurde ein intensiver Freeride und Ausbildungstag mit Videoanalyse, zB. im Tiefschneefahren.
Wir hatten einen riesen Spaß und haben dabei noch viel gelernt.
Oli ist ein toller Guide mit viel Erfahrung, Witz und Freude sein Wissen an andere Menschen weiter zugeben. Vielen Dank.
Diesen tollen Tag rundete noch die ein oder andere mit einem Besuch in der Hauseigenen Sauna ab.
Während und nach dem tollen Abendessen wurde immer noch über den super schönen und lehrreichen Tag gesprochen. Oli hatte aber noch nicht genug mit Unterrichten, er zog noch seine Snow-Card hervor und erklärte uns die Details und den Nutzen. Bei t einem Glas Wein oder Bier liesen wir diesen tollen Tag ausklingen.
3. Tag:
Bei einem ausgiebigen und leckerem Frühstück besprachen wir den Lagebericht: Lawinenstufe 4, überwiegend sonnig, Höchsttemperatur bis 7° und sehr nasser Schnee. Schnell war klar, dass heute ein defensives und sicheres Tagesprogramm ansteht.
Also starteten wir mit Sondierungsübungen im Schneeberg am Ausgangspunkt. Besonders spannend war, die Erfahrung, wie unterschiedlich sich „verschüttete“ Körperteile beim Sondieren anfühlen. Auch das Schaufeln und die Vorgehensweise bei der Personenbergung zb Wärmeerhalt waren unter anderem Thema. Dabei zeigte sich sehr anschaulich, welche Vorteile gute Ausrüstung mit sich bringt.
Nach dem Gruppencheck ging es dann auf Tour. Wir stiegen im sicheren Gelände neben der Piste im Wald auf. Jede von uns hat sich beim Anlegen einer Aufstiegsspur ausprobieren können. An einem sonnigen Hang hat Oli uns dann verschiedene Methoden zur Schneeanalyse demonstriert. Er erstellte ein Schneeprofil an dem wir die verschiedenen Schneeschichten mit unterschiedlichen Schneeumwandlungen deutlich erkennen konnten. Anschließend führte Oli den Schneewürfeltest (ECT) zur Auslösewahrscheinlichkeit am Einzelhang durch. Durch Kompression von oben mit der Schaufel löste sich der freigelegte Schneewürfel und rutsche auf der bröseligen Altschneeschicht nach unten → sehr anschauliches Beispiel für eine Schneebrettlawine.
Nach viel lehrreicher Praxis und einem sicheren Aufstieg (700hm) erreichten wir die Haideralm für einen Einkehrschwung. Auf der Piste ging es dann wieder runter nach St. Valentin, wo wir mit einem Eierlikör zur erfolgreichen Tour belohnt wurden. Den Tag ließen wir in der Sauna mit anschließendem leckeren Essen und einem geselligen Glas Wein ausklingen.
4. Tag:
Der Blick am Morgen aus dem Fenster war ernüchternd. Wind, Regen sowie Nebel in den Gipfeln. Der Blick in die App verriet uns dann Nordwind mit 55 Km/h und natürlich nach wie vor noch Lawinenstufe 4.
Schade, eigentlich war es besser vorhergesagt. Am Frühstück haben wir gemeinsam und einstimmig beschlossen, dass wir bei diesen Bedingungen keine Skitour starten.
Allerdings wollten wir auch nicht gleich abreisen und entschlossen uns für eine kleine Wanderung um den Haidersee. Mit festem Schuhwerk, Regenjacken und guter Laune hatten wir auch hierbei viel Spass.
Auf dem Heimweg hatten wir von Nauders bis Bregenz strömenden Regen. Am Zimbapark / Bludenz machten wir einen Shopping-Stopp und stöberten im Intersport-Geschäft nach all den Dingen, die man für eine gut ausgerüstete Tour benötigt. Bei unseren Übungen hatten wir nämlich die unterschiedlichsten Sonden im Gepäck und zum Vergleich. Für Isolde stand fest, dass Sie eine neue kaufen würde. Und siehe da, der Stopp hat sich gelohnt. Wir fanden eine Super Sonde die im Preis stark reduziert war.
In Staig machten wir noch eine Kaffee und Vesperpause. In Winterlingen angekommen, waren sich alle einig. Wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit und nach den ganzen Übungen mit Oli sind wir für die nächste Frauenskitour 2027 bestens gewappnet und gerne wieder dabei. Er hoffentlich auch.